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Geschichte der 4,5x6 cm Plattenkameras    

Mit dem Jahr 1905 zeigt sich eine verstärkte Tendenz der Kamerahersteller, das Aufnahmeformat stark zu verkleinern. Das Standardformat war zu der Zeit 9x12cm, 10x15cm 13x18cm und als kleines Format 6x9cm. Vereinzelt gab es natürlich schon vorher Kameras im Format 4,5x6cm , aber die Kameras hatten meist eine sehr ausgefallene Konstruktion und waren nicht weit verbreitet. Erst mit der Produktion der Atom durch die Firma Hüttig, zogen innerhalb von 10 Jahren fast alle anderen relevanten Kamerahersteller mit eigenen Versionen dieses Aufnahmeformats nach und das kleine Aufnahmeformat 4,5x6cm fand seinen Durchbruch.

Welche Gründe führten zu dem vermehrten Kaufs dieser Kameras? Mehrere Faktoren trafen gerade in dieser Zeit zusammen , die diese Kamera interessant machte.

1. Die Rocktaschen- ,Westentaschenkameras oder Vest Pocket Kameras ,wie sie auch genannt wurden, waren sehr klein und praktisch. Ohne großen Platzbedarf und vor allem ohne größere Vorbereitung konnte man spontan photographieren. Die großen Kameras und die schweren Platten behinderten den Photographen schon durch ihr Gewicht. Die geringe Lichtstärke der Objektive verlangte zudem ein Stativ, da Momentaufnahmen nur bei besten Helligkeitsverhältnissen gelangen.

2.Die Kleinheit der Kameras half dem Photographen im Verborgenen zu bleiben. Oft gelang es unbemerkt zu photographieren, während das photographieren mit großen Formaten Aufsehen erregte und lange Zeit in Anspruch nahm. Mit diesen Kameras begann die Ära der Schnappschuss-Photographie. Der Photograph Erich Salomon wurde durch seine extrem lichtstarke Version der legendären Ermanoxkamera berühmt. Er konnte als erster Photograph in Innenräumen Momentaufnahmen von Politikern und anderen Berühmtheiten seiner Zeit schießen , ohne großes Aufsehen zu erregen. Erst in den 30iger Jahren stellte er auf die einfacher zu handhabende Leica um, die mittlerweile auch recht lichtstarke Objektive lieferte.

3.Die Qualität des Filmmaterials wurde in dieser Zeit so verbessert, dass mit dem 4,5x6cm Aufnahmeformat eine ordentliche Qualität erreicht wurde. Zudem konnte man mit den erschwinglichen Tageslicht-Vergrößerungsapparaten annehmbare Vergrößerungen bis 13x18cm herstellen.

4. Viele Kameras hatten als zusätzliche Vereinfachung der Aufnahmetechnik einen Fixfokus oder einen Klappmechanismus , der beim Öffnen die Entfernung sofort auf unendlich eingestellt wurde. Man war sofort schussbereit.

5.Während des 1. Weltkrieges und in der Zeit danach herrschte in Deutschland akute Materialknappheit. Dieser wurde durch die Verkleinerung des Formats entgegengewirkt.

6.Die Kleinheit und das geringe Gewicht einiger Kameras prädestinierten sie zum Gebrauch im Kriege. Viele Aufnahmen von Kriegsschauplätzen wurden mit ihnen aufgenommen. Auch eignete sich das geringe Gewicht der Kameras zum Versenden mit der Feldpost, die höhere Gewichte nicht zuließ. Dafür wurde bei einigen Kameras auf das gewichtige Mattscheibenrückteil aus Metall und Glas zugunsten eines aus einem Kunststoff der Zeit , nämlich Celluloid oder Igelit, verzichtet.

7.Die Plattenkameras hatten gegenüber den mehr verbreiteten Rollfilmkameras in den vergleichbaren Formaten 4,5x6cm , 4x4cm oder 6x6cm zwei große Vorteile . Einmal die absolute Planlage des Filmmaterials und der günstigere Verkaufspreis der Platten. Auch waren die Rollfilmmaterialien noch zu unterschiedlich bezüglich der Qualität der aufgebrachten Emulsionsschicht. Zudem waren die Platten bei der Entwicklung in Tanks bzw. bei der Vergrößerung sowie bei der Retouche einfacher zu verarbeiten.

Beschreibung der Kamera

Name des Herstellers

Name der Kamera

B: Beschreibung der technischen Besonderheiten

Z: Zeit der Herstellung

O: Daten zu den Objektiven, die verwendet wurden

V: Art des Verschlusses

Z: Zeiteinstellmöglichkeiten des Verschlusses

S: Bemerkungen für den Sammler

H: Häufigkeit des Auftretens in Sammlungen und Auktionskatalogen

Literaturhinweise

Ab = Sammlung Abring

AU = Sammlung Auer

U = Sammlung Umstätter

Pz 1-80 = Auktion Petzold Januar 1980

C15 =15. Auktion von Cornwall / Köln

Ma10.88 = Auktion von Massen / Köln im Oktober 1988

Han = Hanneke, Enzyklopädie der Photographie, Heft 85

Knapp Verlag, Halle 1920

PG = Erwähnung im Price Guide 1992

Z:Zeiteinstellmöglichkeiten des Verschlusses

S: Bemerkungen für den Sammler